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Wir rächen Kater Fritzi!

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Jährlich werden rund 30.000 Haustiere – Hunde und Katzen – von Jägern erschossen. So auch Kater Fritzi aus Grieskirchen in Oberösterreich, der gerade seinen morgendlichen Rundgang machte, als der tödliche Schuss fiel. „Unabsichtlich“ oder zum „Schutz des Wildes“ wie es dann heißt.

Gedeckt wird das Vorgehen dabei meist von den Landes-Jagdgesetzen. Diese sehen in unterschiedlichen Facetten den legalen Abschuss der geliebten Haustiere und Familienmitglieder vor. In Oberösterreich etwa, wenn diese „mehr als 300m vom nächsten bewohnten Haus angetroffen werden“ – Im Falle von Kater Fritzi waren es ca. 360m, zumindest fand sein Frauchen an dieser Stelle einen Blutfleck als letzte Erinnerung an ein Familienmitglied das nun nicht mehr ist.

Eine Farce wie Liste Pilz Tierschutzsprecherin Daniela Holzinger findet:

„Katzen stellen keinerlei signifikante Gefährdung des Wildes dar. Denn sollte es einmal einem verwöhnten Stubentiger gelingen, einem Hasen, Fasan oder sonstigem kleineren Getier erfolgreich nachzustellen, so stehen diese vereinzelten Fälle in keinem Verhältnis zu dem Schaden am Wild, der 100.000-fach im Zuge des Straßenverkehrs entsteht.“

Ein Jäger, dem es also tatsächlich darum gehe, Wildschutz zu betreiben, der würde sich um die Absicherung seines Reviers gegenüber Verkehrswegen kümmern, anstatt kaltblütig auf Kater Fritzi anzulegen, meint Holzinger, die in schießwütigen Waidmännern eine unterschätzte Gefahr erkennt:

„Wer mit einem Jagdgewehr bewaffnet auf die Pirsch geht, auf Hauskatzen anlegt, abdrückt und sich dann erfolgreich einredet, er hätte dies nur zum Schutze des Wildes getan zu haben – quasi in Notwehr – dem ist nicht über den Weg zu trauen.“

Da die Jagd in Österreich landesgesetzlich geregelt ist, kann eine Verbesserung nur über die jeweiligen Landtage und Landesjagdreferenten passieren.

„Ich werde mich daher in den nächsten Wochen mit meinen Ansprechpartnern in den Ländern in Verbindung setzen, um die nötige Sensibilität für eine entsprechende gesetzliche Änderung erreichen zu können. Vor Katzen muss sich nun wirklich niemand fürchten und wenn alle an einem Strang ziehen, bin ich zuversichtlich, den legalen Mord an Fritzi Stubentiger bald ins Reich der dunklen Vergangenheit verbannen zu können“, so Holzinger abschließend.

Foto: © Christoph Liebentritt