Gesundheit & Tierschutz

Unverbindliches Gütesiegel für die 24-Stunden-Betreuung ist ein Etikettenschwindel

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„Eine Ministerin, die die Angelegenheiten in ihrem Verantwortungsbereich nicht regelt, ist eigentlich überflüssig. Das Gütesiegel für die 24-Stunden-Betreuung ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wird, denn es enthält keine notwendigen Mindeststandards, an die sich die Agenturen halten müssen“, kritisiert Daniela Holzinger, Gesundheitssprecherin von JETZT.

Die praktischen Probleme bei der 24-Stunden-Betreuung reichen von der notwendigen Qualifizierung der PersonenbetreuerInnen (derzeit ist keine Ausbildung gesetzlich vorgeschrieben) über ihre Deutschkenntnisse und die notwendige Verzahnung mit der mobilen Pflege und der medizinischen Unterstützung bis hin zur unklaren Förderung und zu dubiosen Vermittlungsagenturen, die mit der Not der Angehörigen ein Geschäft auf dem Rücken der PersonenbetreuerInnen machen.

„Keines der Probleme in der 24-Stunden-Betreuung wird durch das unverbindliche Gütesiegel, das durch einen Verein verliehen werden soll, gelöst. Es verleiht den zertifizierten Agenturen vielmehr einen Freifahrtschein für drei Jahre.“

Die Erfahrungen mit der Arbeit der Vermittlungsagenturen in den vergangenen Jahren ergeben drei Punkte, die für eine gute Betreuung unabdingbar sind:

„Einer Vermittlungsagentur, die die Qualitätsstandards in der 24-Stunden-Betreuung nicht einhält und die somit nicht Gütesiegel-fähig ist, ist die Betreuung von PatientInnen zu untersagen. Die Betreuungspersonen müssen verpflichtend eine Grundausbildung absolvieren, die an der Ausbildung zur Heimhilfe orientiert ist, da in der Praxis der 24-Stunden-Betreuung pflegerische Tätigkeiten unvermeidbar sind. Und schließlich müssen die Betreuungspersonen verpflichtend ein Deutschdiplom (ÖSD oder ÖiF) auf dem Niveau B1 nachweisen, da die Betreuung wesentlich aus Kommunikation besteht“, fordert Holzinger.

Foto: © Hans Ebner/Studio 46